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01.2.3 - Ethanol als zentraler Vertreter

Reiter

Gefahren des Alkoholkonsums

Alkoholmissbrauch

Ethanol ist eine wirksame und gleichzeitig gefährliche Droge. In Deutschland lag im Jahr 2019 der Pro-Kopf-Verbrauch bei ca. 10 Liter reinem Ethanol[1]. Insgesamt gelten ca. 1,7 Millionen Menschen in Deutschland als alkoholabhängig, 10,4 Miollionen Menschen haben einen riskanten Alkoholkonsum (Singer und Teyssen 2005)[2]. Diese Zahlen sind nur leicht rückläufig in den letzten Jahren.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung stellt viele weitere kostenfreie Informationsangebote zur Verfügung. So auch im Rahmen ihrer Kampagne: "Kenn dein Limit"

Physiologische Wirkung von Ethanol auf den menschlichen Körper

Für Erwachsene lassen sich die folgenden ungefähren Stadien einer Alkoholvergiftung in Abhängigkeit der Blutalkoholkonzentration festhalten (Lasogga und Gasch 2007; Roth 2007; Rothenhäusler und Täschner 2012 [3])

  • 0,3 - 0,5 Promille: erste leichte Gangstörungen, Gesichtsfeldeinengungen
  • 0,5 - 1,5 Promille: unsicherer Gang, (leichte) Sprachstörungen, Enthemmung und Distanzlosigkeit
  • 1,5 - 2,5 Promille: erhebliche Gangstörungen, Stimmungsschwankungen bzw. deutliche Enthemmung und stärkere Neigung zu aggressivem Verhalten, gestörtes Erinnerungsvermögen
  • 2,5 - 3,5 Promille: einsetzende Handlungsunfähigkeit, Gefahr eines Komas, Verwirrtheit, massive Störungen der Koordination.
  • > 3,5 Promille: Gefahr der Überschreitung der tödlichen Konzentration 
Für Jugendliche können diese Grenzwerte deutlich niedriger liegen.

Methanolvergiftung

Methanol entsteht als unerwünschtes Nebenprodukt bei der Gärung alkoholischer Getränke. Bei der Destillation dieser kann es sich bei unsachgemäßem Gebrauch in konzentrierter Form im Destillat sammeln. Teilweise werden jedoch auch alkoholische Getränke (zumeist in krimineller Absicht) mit Methanol gestreckt. 

Der Konsum von Methanol ist hochgradig gefährlich. Bereits Mengen von 1 g Methanol pro kg Körpergewicht gelten als lebensbedrohlich. Analog zum Abbau von Ethanol findet auch hier eine chemische Reaktion statt, die u.a. durch das Enzym Alkoholdehydrogenase katalysiert wird. Hierbei entstehen Methanal sowie Methansäure (Ameisensäure). Insbesondere Methansäure kann zu erheblichen neurologischen Schäden und im schlimmsten Fall zum Tod führen. Eine gängige Therapiemöglichkeit besteht in der Verabreichung von Ethanol.

Aufgaben

Aufgabe 01.3: Schaue dir das Video an und beschreibe, warum es wichtig ist, dass kein weiterer Sauerstoff in den Kolben gelangen kann. Formuliere zusätzlich die Reaktionsgleichung für den Nachweis von Kohlenstoffdioxid.

Aufgabe 01.4: Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt aktuell als maximal tolerierbaren täglichen Grenzwert 10 Gramm Ethanol für Frauen und 20 Gramm Ethanol für Männer [4].
Berechne, wie viele Gläser Sekt (0,1 l, 11 Volumenprozent) ein Mann bzw. eine Frau trinken kann, um unterhalb dieses Grenzwertes zu bleiben. 

Aufgabe 01.5: Berechne, wie viel Liter Bier (bzw. 0,33 l Gläser) der Pro-Kopf-Verbrauch von 10 Liter reinem Ethanol entspricht.

Aufgabe 01.6: Formuliert eine Vermutung, warum Ethanol nur in sehr geringen Mengen im Fettgewebe zu finden ist.

Aufgabe 01.7: Beschreibe, welche Stoffeigenschaften des Ethanols die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten in der Industrie ermöglichen.


[1] https://www.kenn-dein-limit.de/alkohol/alkoholwissen-kompakt/, zuletzt geprft am 27.04.20
[2] Singer, M. v. & Teyssen, S. (2005). Alkohol und Alkoholfolgekrankheiten. Berlin, Heidelberg: Springer Berlin Heidelberg.
[3] Roth, K. (2007). Die Chemie des Katers: Alkohol und seine Folgen. Chemie in unserer Zeit 41 (1), 46–55. doi:10.1002/ciuz.200700409, Lasogga, F. & Gasch, B. (2008). Notfallpsychologie. Lehrbuch für die Praxis (1. Aufl.). s.l.: Springer-Verlag. sowie Rothenhäusler, H.-B. & Täschner, K.-L. (2013). Kompendium Praktische Psychiatrie. Und Psychotherapie (2. Aufl.). Wien: Springer.
[4] https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/alkohol/?L=, zuletzt geprüft 27.04.20